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Grid-Architektur ermöglicht Rechenleistung auf Abruf

Hannover, 27.10.06 - Die Europäische Union subventioniert das international ausgerichtete Forschungsprojekt edutain@grid in den kommenden drei Jahren mit knapp 2,5 Millionen Euro. Das Hauptziel des Projektes ist die Entwicklung dynamischer Kommunikations- und Berechnungsverteilungen von interaktiven, virtuellen Welten in einer Grid-Architektur.

Ähnlich dem Power-Grid (Stromnetz) kann eine Grid-Architektur die vorhanden Rechenleistung aller beteiligten computer quasi 'aus der Steckdose' bereit stellen. Diese dynamische Nutzung von Computersystemen ermöglicht es, rechenintensive Anwendungen durchzuführen, ohne die für die Berechnungen notwendigen Computer zu besitzen.

An dem internationen Projekt ist das Institut für Informatik der Universität Münster maßgeblich beteiligt. Dem Institut ermöglicht die Subvention der EU die Anstellung von zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern für mindestens drei Jahre. Die neuen Mitarbeiter sollen theoretische und praktische Lösungen für Fragestellungen im Bereich der verteilten, in Echtzeit kommunizierenden Computersystemen und für die Erhöhung der Zahl gleichzeitig möglicher Nutzer dieser Systeme erarbeiten.

Ein umfangreiches Anwendungsfeld des Projekts ist das Segment der Online-Computerspiele im Internet. In diesem Bereich werden enorme Rechen- und Netzkapazitäten zum Betrieb großer virtueller Welten mit hunderten und tausenden von Anwendern / Spielern benötigt. Das bisherige Betriebsmodell solcher Anwendungen ist statisch und erfordert hohe Investitionen, die kleinen bis mittleren Unternehmen den Zugang zu diesem immer noch von global Playern beherrschten Markt nahezu unmöglich machen. Das Projekt 'edutain@grid' hat die Entwicklung einer anwendungsübergreifenden, neuartigen Architektur für solche interaktiven Anwendungen zum Ziel. Dafür werden die Forschungsansätze und Implementierungstechniken aus dem Gebiet Grid-Computing für die Erfordernisse dieser Anwendungen weiterentwickelt.

Neben den wissenschaftlichen Aspekten sollen auch Geschäftsmodelle untersucht werden, die kleineren und mittleren Unternehmen den wirtschaftlichen Betrieb ihrer Programme über das entwickelte Grid-System ermöglichen. Dabei soll neben den Online-Computerspielen ebenfalls der Betrieb von anderen interaktiven Anwendungen wie E-Learning- und Simulationsanwendungen möglich sein. Neben der Universität Münster als Partner besteht das Projektkonsortium für edutain@grid aus weiteren sechs Teilnehmern aus Innsbruck und Linz (Österreich), Southampton (England), Paris und Maribor (Slowenien). Neben den akademischen Institutionen befinden sich unter den Projektteilnehmern im gleichen Maße kommerziell orientierte Unternehmen aus den Bereichen Entwicklung und Betrieb von verteilten Online-Computerspielen und E-Learning-Anwendungen.

Die Projekte der Arbeitsgruppe PVS sollen immer auch Studierenden die Möglichkeit bieten, optimierte Mechanismen verteilter Echtzeitsysteme zu entwickeln und in Seminaren und Diplomarbeiten anwendungsbezogen zu implementieren. So wurde z.B. das Multiplayer-Strategiespiel Rokkatan, das hunderte von gleichzeitigen Anwendern bzw. Spielern unterstützt, von einer studentischen Projektgruppe realisiert und von den Studierenden selbst auf einer Tagung der Gesellschaft für Informatik (GI) vorgestellt. Als anderes Beispiel studentischer Mitwirkung an aktueller Forschung wurden in einer Diplomarbeit 'Konsistenz- und Korrektheitsmechanismen für Multiserver-Spiele' entwickelt: Diese Mechanismen sollen dafür sorgen, dass alle Anwender trotz unterschiedlicher Antwortzeiten ihrer computer die gleichen Chancen auf erfolgreiche Spielaktionen in einer fairen Spielpartie haben.

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